Julia Bünnagel - HYPERIA the mind is like space

31. Januar - 16. März 2013

Die Installation HYPERIA the mind is like space erhält ihre Form durch ein GRID aus rechtwinklig verschraubten Aluminium-Vierkantrohren und Holzplatten. Trotz ihrer monumentalen Ausmaße von 6,00 x 4,00 x 3,80 m steht sie leicht und zurückhaltend im Raum und löst sich vielerorts auf in geometrische Formenspiele mit der umliegenden Architektur. Einzelne Bretter, die auf den Flächen weiß lackiert und mit einer seitwärts verlaufenden, neongelben Färbung konturiert sind, wurden in unterschiedlichen Achsen an dem Metallgerüst montiert. So entstehen vereinzelt horizontale Ebenen und Seitenwände innerhalb dieser offenen Konstruktion. In der Installation sind kleinere gerahmte Grafiken und Objekte aufgestellt und montiert. Außerdem  sind  die Begriffe SPACE, HEY SPACE und NOUMENA in gesägten Lettern, weiß oder neongelb lackiert, im Werk integriert. SPACE ist lesbar im Gerüst befestigt. NOUMENA (altgr. für die Gedanken) und HEY SPACE wurden zu einer Skulptur geformt, indem die Buchstaben übereinander gelegt wurden. 

Im Wohnraum wurden Einrichtungsgegenstände mit Werken der Künstlerin ersetzt. Objekte aus einem Küchenregal wurden mit der Arbeit Dark City (2007) ausgetauscht. Sie besteht aus verschieden großen Kanthölzern, die mit Graphit überzogen und vertikal aufgestellt wurden. Auch die als Tisch nutzbare Arbeit The Space in Between (2010) ersetzt das eigentlich im Raum befindliche Möbelstück. Vergleichbare Einrichtungsobjekte wurden durch die gerahmte Papierarbeit Simulacra (2011), die Sägezeichnung Neuromancer (2013) und die Soundarbeit  Silver Surfer (2013) ausgetauscht.

Funktionalität und abstrakte künstlerische Gestaltung treten in dieser Ausstellung in eine enge Verbindung. So umfasst die Arbeit die scheinbar unbegreifbare Spanne zwischen Nutzen und Entfremdung und ihr Gebrauchswert löst sich immer wieder auf in visuelle Markierungen im Geflecht mit der Raumarchitektur, den Fensteraufteilungen und anderen geometrischen Koordinaten im Raum. Die Arbeit spielt mit ihrem umgebenden SPACE und seinem zugesprochenen Nutzen und erweitert ihre Architektur mit dem Einsatz von Sprache.

Bedeutung legt die Künstlerin auch in Variabilität – sie fügt je nach Raumgröße und Beschaffenheit etwas dazu, nimmt etwas weg und passt die Arbeit somit stets an die Konstitution ihrer Umgebung an. Das gleiche Werk an einem anderen Ort platziert kann seine Bedeutung verändern, wie auch Worte, die in einem anderen Kontext verwendet werden. „Unser Sehen bedeutet traditionell ein Projizieren. Wir übertragen ein Wissen auf etwas, sprechen ihm Sein und Bedeutung zu. Damit wird alles degradiert zu Bedeutungsträgern, Stoffen, bloßen Materialien und Projektionsflächen.“ (Franz Xaver Baier: Der Raum, Köln 2000, S. 44)

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